Über Michael Anhäuser

Im kleinen Obermoseldorf Nittel erblickte am 13. Mai 1966 Michael Anhäuser das Licht der Welt. Als er seine erste Eisenbahn geschenkt bekam, faszinierten ihn die kleinen Modellhäuschen, die am Rande der Schienen den Weg der kleinen Lok begleiteten. Schon früh, im Alter von 10 Jahren, machte es ihm außerordentlich Spass, diese Plastikmodelle zusammenzukleben und nach seinen Ideen ein wenig zu verändern und zu bemalen.        

 

                                                                                                                                                            

 

Im Alter von 12 Jahren erkrankte Michael an Krebs und musste sich einer zweijährigen Chemotherapie unterziehen. Michael gab die Hoffnung gesund zu werden, niemals auf.  Er entwickelt nach dieser harten Zeit der Therapie ein starkes Interesse für Bauwerke, für Schlösser und Burgen, Kirchen und Kathedralen und für klassische Musik, insbesondere Orgelmusik. Seine Lieblingskomponisten waren Charles Marie Vidor, Louis Vierne, Siegfried Karg-Ehlert und Schostakowitsch. Über Jahre nahm er Klavier- und Orgelunterricht und spielte sehr bald auf seiner eigenen Orgel wunderschöne Werke.

Er war aber auch künstlerisch sehr aktiv und fing im Alter von 14 Jahren an, von verschiedenen Kirchen Baupläne zu entwerfen und wagte sich an ein Unternehmen, was eine ausserordentliche Liebe zum Detail erfordert. Er fing an, Kirchen und Kapellen aus Streichhölzern zu bauen.

Sein erstes grosses Werk erschuf er mit 14 Jahren: es war eine originalgetreue Nachbildung der Nitteler Kirche aus Streichhölzern. Im Anschluss daran startete er sein Meisterwerk, Notre Dame in Paris, die er nach eigenen Bauplänen aus Streichhölzern errichtet. Hieran arbeitete er über Jahre immer wieder und erschuf gleichzeitig in diesen Jahren die rote und die grüne Kapelle, den Alpendom und die St.Thomas-Kirche. Michael hat allen Bauwerken ein Innenleben verliehen: alle Werke sind von innen eingerichtet mit Kirchenbänken und Altären aus Streichhölzern und kleinen Teppichen und Altarbildern. Sein Hauptwerk, die Notre Dame, konnte er leider nicht vollenden.

Die Krebserkrankung trat im Jahre 1997 wieder auf - seinen Kampf gegen diese Krankheit hat Michael am 29.12.1999 verloren. Er starb im Alter von 33 Jahren. In seinen letzten Lebensmonaten fuhr die Familie mit ihm noch mal nach Paris zur Notre Dame, wo er höchst interessiert die grossen Rosettenfenster studierte.

Ein Jahr nach seinem Tod fand in seinem Heimatort Nittel der erste Hobby- und Kunstmarkt statt. Hier wurden zum ersten Mal alle Kunstwerke Michaels öffentlich ausgestellt. Es kamen an jenem Sonntag unendlich viele Besucher, die an Michaels Werken grosses Interesse und Wohlgefallen zeigten. Wenn sie die kleinen Modelle betrachteten, ging ein Lächeln über ihr Gesicht und sie waren für einen kurzen Moment in eine andere Welt versetzt. Es war an jenem Tag so, als würde Michael noch auf dieser Welt verweilen, als sei er durch seine Kunst unsterblich.



Nach dieser Kunstaktion wurden Michaels Werke in der Modellbaugalerie der Homepage der Firma UHU (www.uhu.de) veröffentlicht. Herr Ludewig, Mitglied des Kunstverein Ahaus, wurde auf die Werke aufmerksam. Ahaus ist die Stadt der Welthölzer und zur 100 Jahre Feier von "Ahaus - Stadt der Zündhölzer" wurden die Modelle im Rahmen der Zünd-ab-Ausstellung im Jahre 2003 ein zweites Mal ausgestellt. Michaels Werke wurden dort gefeiert und bejubelt.

 

Ausstellungen:

 

2000: Hobby- und Kunstmarkt Nittel

2003: Zündab-Ausstellung in Ahaus

2007: Ausstellung Art Brut: Kunsthaus Kannen Münster

 

Seit 1. April 2009 befinden sich die Kunstwerke als Leihgabe im Schloss

Montagnetto im Heide-Kastell, Inhaber: Uwe Schulz-Ebschbach, in

Bispingen in der Lüneburger Heide.

Hier sind sie inmitten einer Streichholzschachtelsammlung aus allen

Epochen und aus aller Welt, rund 250.000 an der Zahl, anschaulich

präsentiert.

Öffnungszeiten: siehe  (www.iserhatsche.de)


M.AnhäuserEs war als hätt der Himmel

die Erde still geküsst,

dass sie im Blütenschimmer

von ihm nun träumen müsst.

 

Und meine Seele spannte

weit ihre Flügel aus -

zog durch die fernen Lande

als flöge sie nach Haus.

(Josef von Eichendorff)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie könnt' ich Dich vergessen

 

wenn Du Dich auf des Mondes Sichel schwingst

um lächelnd auf die Erde zu schauen

nur um einmal Atem zu holen

weitab von der Erde Last und Not.

 

Wie könnt' ich aufhören

Dich zu lieben

nur weil Du Dein Haus gebaut hast

auf der silbernen Mondessichel

 

die uns allen leuchtet

in der unsäglich langen Nacht

der klaren Sterne und Träume

und uns einlädt zum Tanzen

 

damit wir uns drehen können

immer wieder bis aus dem Weinen

ein Lachen werden kann -

welches seine Reise antritt auf die

silberne Sichel am Firmament.

 

 Mutter